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About Fiona Léus
Films + Video + DVD
Ulla Teschner - Kunsthistorikerin, Galleristin.
Malerei - Öl auf Leinwand


Farben umgeben uns täglich; es ist ein vielfältiger variabler Bereich, der unser Sehfeld beherrscht. Farbe ist für den Künstler ein bildnerisches Mittel in der Komposition, der Form zu vergleichen. Die Farbe behauptet jedoch eine Sonderstellung. Sie ist selber ein Natürliches und hebt sich dadurch von anderen Bildmittlen ab. Jede Farbe besitzt ihre eigene Natur.
Und diese Natur oder besser die 'Eigenschaft der Farbe' untersucht Fiona auch in ihren Streifen bildern, sowohl horizontal, den 'stripes', als auch vertikal, den 'chromas'.  Wobei es sich immer um 'learning by doing ' handelt. Sie macht ihre Erfahrungen mit der Farbe, indem sie damit spielt.
Genau wie bei der Handlung des Menschen, wo es eine bewusste und eine un(ter)bewusste Handlung gibt, kann auch bei der Farbe von dem gestreuerten Einsatz des Malers und der daraus resultierenden Wirkung der Farbe auf den Betrachter gesprochen werden. Aber auch von einer der Farbe innewohnenden Energie und Farbeigenschaft, die der Kaler nutzt. Die Farbe wird hier selbst zum Subjekt,  das Empfindungen auslöst. Der Künstler gibt zwar seine Rolle als Subjekt teilweise an die Farbe ab, jedoch nicht völlig auf, da er als Initiator fungiert und die Komposition planend gestaltet.
Schon Wassily Kandinsky hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts - wie viele andere Maler auch - mit Farbforschungen auseinandergesetzt. In  seiner Schrift 'Über das Geistige in der Kunst' schließt er das Kapitel über die 'Wirkung der Farbe' mit folgendem Vergleich aus der Musik ab (er benutzt dazu technische Begriffe des Klaviers): 'Die Farbe ist die Taste. Das Auge ist der Hammer. Die Seele ist das KLavier mit vielen Saiten. - Deer Künstler ist die Hand, die durch diese oder jene Taste  ... die menschliche Seele in Vibration bringt.'
Gleichzeitig kommt es aber noch zu einer weiteren farbimmanenten Beeinflussung. Das gleiche Blau wirkt neben einem leuchtenden Rot anders, als neben einem wiechen Grün. Und diese Erkenntnisse nutzt Fiona in all ihren malerischen Objekten. Gleich einem Wissenschaftler arbeite sie mit der Farbe als Element. Sie bedient sich des gesamten Farbspektrums. Die farben entfalten in ihrem Zusammenspiel eine vibrierende Farbigkeit, Farblinien kristallisieren sich zu strukturierten und geordneten farbbändern, die an- oder abschwellen, Raum erzeugen oder in scheinbare Bewegung geraten, wobei die weißen  Leerräume ein wichtiges Kompositionsmittel sind. Die Künstlerin bestimmt mit dem Weiß die Lage der Farbbahnen, aber gleichzeitig wirken sie als 'Grund'legendes (im wahren Sinn) und verbindendes Kompositionselement.
Fiona sagt selbst: 'Farben sind in meinen Bildern icht isoliert, aber auch nicht untergeordnet. Farbverlaäufe oder exakt abgetrennte farbflächen potnziern gegenseitig ihre Farbwirkung. visuelle Energie ist in jedem Streifen freigeleft. Dynamische Bereiche wechseln mit monochromen und bilden so die Gesamtkomposition. Jedes Bild hat sein eigenes Licht aus Farbe und weißen Zwischenräumen.'
Beim genauen Betrachten der gemalten Streifen entsteht ein Vor und Zurück, ein Eindruck von Bewegung. Die gelb-roten Streifen scheinen auf uns zu zukommen, die blau-grünen weichen in die tiefe nach hinten. Wie entsteht diese Wirkung? Die Erkärung finden wir wieder bei Kandinsky: In siener 'Farbphänomenologie' betrachtet er die 'isoliert' Farbe - also die alleinstehende Farbe - und unterscheidet nun vier Stufen: 'Wärem und Kälte', 'Hellicgkeit und Kunkelheit' dies farbigen Tons.
Die Wärme der farbe ist eine Neigung zu Gelb, die Küälste eine Neigung zu Blau. wird nun bei einem farbstreifen Gelb oder Blau hinzugefügt und geschieht es auf der selben Fläche , so bewegt isch das 'Warme' auf den Betrachter zu, das Kalte - entfernt sich. Daraus resultiert die Bewegung der Streifen.
Die Heligkeit und Kunkelheit des farbigen tons führt zur Plastizität. Der lichte Ton in horizontaler Richtung auf dem Farbstreifen wird zum glanzlicht oder  - streifen, der dunkle Ton an den Rändern projiziert die mehr im Schatten liegenden Parien. der Streifen scheint sich zu runden.
Hier in der Ausstellung sind neue Streifenbilder zu sehen, die ohne weißen Grund auskommen. Sie wirken dichter, Farbstreifen schmiegt sich an Farbstreifen, die ganz Komposition scheint komprimiert und kompakt. Fiona Leus legt die Bedingunen - wie Farbkonsistenz, Abfolge der Farbe, Räumlichkeit fest und bringt den vorgeplanten Prozess in Gang, der dann gesteurt dircz die Farbdynamik beim Betrachter 'abläuft'.
Die 'Chromas' gleichen mikroskopisch vergrößerten Ausschnittten ienzelner Streifen. Die Farben vrieeren in sich: das Grün durchläuft mehrere Stufen der Farbklangs. Es scheint an- und abzuschwellen, sich mit Blau, der Kühle, zu mischen, um dann in die Bähe der Wärme, von Gelb oder Orange, zu gleiten. Dazwischen kann eine trennende oder klärende Dunkelheit treten - gmischt z. B. aus Rot und Grün - nit ist es ein reines Schwarz - das der Farbkomposition Ruhe und Halt gebiete.
Ganz neu sind die 'Bubbles'. Hier gestaltet die Künstlerin den Grund in dem sie künne farbe sanft auf die Leinwand schüttet, - der Zufall spielt hier eine Rolle und führt zur weiteren Emanzipation der Farbe. auf diesen lichten grund komponiert Fiona die Streifen, auf denen sich 'Bubbles' tummeln, wie perlende Bläschen im Champagnerglas.
In den 2004 und 2005 entstandenen großen Leinwändern, 'Scwimmen im Bildraum' und 'Dana' (dern Name einer Tänzerin der forsythe-Company und Frau William Forsyths), führt Fiona Leus farbige, gemalte Streifen bildern und Bewegungsstudien der Filme zusammen. Die aufwendige, auch kompizierte Gestaltung dieser Werke zieht sich über Monate hin. Stuien mit dem Computer ersetzen die Zeichenskizze, wenn die geeigneten Bewegungsstudien mit Streifenbildern zusammengeführt werden.
Aber am Anfang stand die idee, das technische Bild mit Malerei zu verbindern.
Die Wiedergabe eines films auf dem Bildschirm setzt sich aus vielen Punkten, den Pixeln zusammen. Pixel ist gleich Bildpunkt oder Bildelement und bezeichnet die kleinste Einheit einer digitalen Rastergrafik. Der Pop-Art Künstler Roy Lichtenstein benutzte in den 60er Jahren die Rastermodulation um kühle, emotionsfreie Bilder nach Comics zu erschaffen. Dabei produzierte er Reihen mit übergroßen Punkten, die seine Bilder und Grafiken wie ein massenhaft hergestelltes Produkt aussehen lassen sollten.
Ganz anders bei  Fiona Leus. Zunächst nutzt sie ihre eigenen Farberfahreungen der Streifenbilder und die Bewegunsstudien der Filme. Sie bedient isch einer Art Pixel-Verfahren. Das heißt: die figur setzt sich aus vielen kleinen, farbigen Vierecken zusammen, die einzeln mit dem Pinsel gesetz werden. Sioe finden auf der Leinwand zu einer m enschlichen Figur mit Schatten- und Lichtzonen zusammen. Im Gegensatz zu Lichtenstein wo die Darstellung einer völlig flachen technisch hergestellten Grafik gleicht, ersteht bei Fiona ein emotionsgeladener farbiger Tiefenraum. Bei der fertigen Komposition kann man von Schichten sprechen; beim Foto wäre es mit einer Doppelblichtung zu vergleichen. Aus dem Grund mit feinfühlig abgestimmten farbbahnen - hier ohne weißen Leerrraum - erwächst eine farblich abgestimmte schemenhafte Figur - über die dann ein energiegeladene tanzende oder schwimmende figur schwebt. An einigen Stellen wirkt die Schichtung wie aufgebonen, denn die Streifen werden in die figur eingewobt oder eingeflochten.
Bei diesen Arbeiten kann man auch von einer Vereinigung nicht abbildender und abbildender Malerei, oder konkreter mit figurativer Kunst sprechen. Wer als kunstinteressierte Zeitungslese in den letzten Jahren Berichte von Kunstmessen und Ausstellungen verfolgt hat, wird Schlagzeilen wie: 'Die Figuration auf dem Vormarsch' oder 'Wiedergeburt der Malerei' kennen und weiß um die auseinandersetzungen in den Akadamien und Kunstschulen. Hier bei Fiona scheint dieser Streit ein versöhnliches Ende gefunden haben, beides ist auf einer Leinwand möglich.
Im Werk von Fiona Leus finden nicht nur verschidene Medien zusammen: Film, foto und Malerei, sondern auch ganze 'Kunstschulen'. Sie stehen jedoch nicht nur gleichberechtigt nebeneinander, sie durchdringen sich, sie werden miteinander verknüpft. Der Künstlerin gelingt es technisch erzeugte Abbildungen mit Malerei zu verbinden und überzeugende Kunstwerke zu schaffen. Man kann gespannt sein wohin uns Fiona noch führt.